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Meerschweinchen-Erziehung

 

Diesmal: Gitterstäbe knabbern- nervenaufreibende Angewohnheit

 

Es ist nicht gerade Balsam für die Nerven, wenn ein Meerie ständig an den Gitterstäben knabbert. Manche Leute halten ihr Meerschweinchen dann für verrückt, „total durchgeknallt“, oder denken, dass es irgendwelche psychische Schäden hat. Doch die Schuld liegt meist bei dem Besitzer! Es gibt viele Gründe, warum ein Meerie beginnt, an den Gitterstäben zu nagen:

Ø     Einsamkeit

Ø     Platzmangel

Ø     Ein anderes Meerschweinchen in Sicht- oder „Riechweite“, was in einem anderen Käfig lebt/zu Besuch ist

Ø     Eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten, also Verlangen nach Auslauf

Ø     Langeweile

 

Zu Punkt 1)

Das Meerschweinchen möchte auf den Arm genommen werden oder einfach nur etwas Gesellschaft haben. Lebt es allein in dem Käfig? Alleinhaltung von Meerschweinchen grenzt an Tierquälerei. Das Meerschweinchen sehnt sich nach einem Artgenossen, den ihm niemand ersetzen kann.

Zu Punkt 2)

Der Käfig ist zu klein, für zwei Meerschweinchen sollte er mindestens 1,20 m lang, ungefähr 45 cm hoch und 60 cm breit sein!

Zu Punkt 3)

Das Meerie riecht bzw. sieht ein anderes Meerschweinchen und möchte zu ihm. Wobei es kein anderes Meerie sein muss, sondern auch mit anderen Tieren überhaupt zusammenhängen kann.

Zu Punkt 4)

Wie bei Punkt zwei ist der Käfig zu klein und das Meerschweinchen sehnt sich nach Auslauf. Man sollte es in einem Zimmergehege laufen lassen (im Zoohandel erhältlich)! Es möchte sich bewegen.

Zu Punkt 5)

Das Meerie langweilt sich und knabbert zum Zeitvertreib am Gitter. Es sollte Beschäftigungsmöglichkeiten wie z.B. eine Brücke oder einen Ast zum Knabbern im Käfig haben. Mit einem oder mehreren Artgenossen kommt aber nie Langeweile auf.

 

Man sollte als erstes alle diese Punkte durchgehen und feststellen, woran das Knabbern liegen könnte. Trifft keiner dieser Punkte auf das Tier zu, bleibt noch eine andere Möglichkeit. Wenn wirklich keiner dieser Punkte auf das Tier zutrifft, ist es eine dumme Angewohnheit, die man dem Tier schnellstmöglich wieder austreiben sollte. Wie, liest man hier.

Man kann das Gitter z.B. mit Zitronensaft, Essig oder anderen Sachen einreiben, die dem Tier zuwider sind. Dabei aber beachten: NIEMALS irgendwelche Duftöle oder andere künstliche Sachen! Bei Unsicherheit kann ein Anruf beim Tierarzt nicht schaden, denn der kann sagen, welche Sachen von Meeries verabscheut werden und nicht schädlich sind. Giftige Sachen können das Leben des Meeries kosten.

WICHTIG: Man darf das Meerie NIEMALS schlagen, kneifen, etc.

TIPP: ein Spritzer Wasser aus einer Spraytube (gut ausgewaschen) kann das Meerie ebenfalls abschrecken. Es verbindet dieses negative Erlebnis mit dem Knabbern und hört damit auf. Ein Spritzer wird jedoch nicht ausreichen, am besten, man legt sich wirklich auf die Lauer und besprüht das Meerie bei jeder „Knabber-Attacke“.

HINWEIS: Nicht zu nass sprühen, das Meerschweinchen könnte sich erkälten und an einer Lungenentzündung sterben! Kleine, aber gezielte (nicht zu harte) Spritzer abschießen! 

 

 

Futterzeits-Signale für Meerschweinchen

 Es ist wirklich total süß, wenn Meeries merken, dass Essenszeit ist. Dann gibt es ein tosendes Gefiepe und Durcheinandergerenne. Doch man muss es seinen Meeries oft beibringen, dass sie merken, wenn es was zu mampfen gibt- hier steht, wie’s geht!

 

Alles, was man dazu braucht, ist etwas, was ein gut hörbares Geräusch macht. Jedoch nichts lautes- am besten eignet sich ein kleines Glöckchen.

Es ist ganz einfach, jedoch kann es seine Zeit dauern. Wenn die Meeries z.B. täglich einen Salat- und Obstteller bekommen (was sie sollten), läutet man jedes Mal kurz davor mit dem Glöckchen. Die Zeit zwischen dem Läuten und des Fütterns sollte nie länger als 5 Sekunden dauern, da die Meeries es dann u.U. nicht zusammen in Erinnerung behalten. Läutet man z.B., wendet sich ab und schmeißt aus Versehen etwas runter, dann wird man merken, wie die Meeries beim nächsten Läuten in helle Panik geraten, weil sie Angst haben, sie könnten sich wieder erschrecken. Also Läuten- und dann sofort zur Futterübergabe schreiten.

Dies muss man tage- und wochenlang so beibehalten, schon bald wird man die ersten Erfolge vernehmen können. Die Meeries beginnen nach dem Läuten sofort umherzuwuseln und zu fiepen, weil sie wissen, dass es nun etwas zu fressen gibt.

HINWEIS: am besten sollte in den ersten Wochen immer zur selben Zeit gefüttert werden! Sind die Meeries in dieses Spiel perfekt eingearbeitet, kann man auch mal mit der Zeit schwanken, aber solange man noch mit ihnen übt, sollte besser immer der gleiche Zeitpunkt gewählt werden.

 

 Meerschweinchen-Toilette und Thema Stubenreinheit

 

Manche Meerschweinchen können es, und manche wollen es einfach nicht verstehen oder haben schlichtweg keine Lust dazu, ihre Toilette zu benutzen. Obwohl es eigentlich ganz praktisch wäre, wenn man die Reinigung des Käfigs bis zu 2 Tage hinauszögern kann, da man hauptsächlich die Toilette säubern muss. Deshalb gilt: Früh übt sich!!!! Wer seinem Meerie früh beibringt, die Toilette zu benutzen, hat bessere Chancen, als wenn er damit anfängt, wenn das Meerie schon mehrere Jahre alt ist.

 

Einen Versuch ist es wert- so geht’s Schritt für Schritt!!!

Es fängt also mit dem Kauf einer Toilette an. Die gibt es im Zoohandel schon ab ca. 7 DM, man sollte aber darauf achten, dass es keine Hamster-, sondern Kleinnager-, sprich Meerschweinchen- und Kaninchentoilette ist. Ist die Toilette zu klein, ist das Benutzen zu umständlich und das Meerschweinchen versucht es gar nicht erst.

Am besten, man füllt dann etwas Kleintierstreu rein, aber nicht zuviel, sondern am besten so, dass sie vollständig den Boden der Toilette bedeckt. Es gibt auch spezielle Hamstertoilettenstreu, die aber gefressen werden kann, was sehr schädlich wäre.

Jetzt geht’s auf die Lauer. Hat das Meerie in seinem Käfig eine „Kloecke“, also eine Ecke, wo es sich immer löst, ist es sinnvoll, die Toilette in diese Ecke zu stellen. Das Meerie hat dann nämlich diese Ecke als besonders bequem und sicher empfunden und geht dort am liebsten hin.

Hat das Meerie keine, sucht man sich eine Ecke aus und stellt das Klo dort hin. Wichtig: Da es ECKtoiletten sind, müssen sie auch ins KäfigECK und nicht mitten in den Käfig gestellt werden.

Ist das Klo angebracht, legt man am besten ein paar „Böhnchen“ vom Meerie hinein, denn dann sieht es ja, wofür so eine Toilette da ist und erkennt auch seinen Geruch wieder. Sonst weiß das Meerie u.U. nicht, was es damit anfangen soll und ignoriert das Klo.

Jetzt heißt es, Geduld aufzubringen.

Bei manchen Meeries geht es sofort, dass sie sich in der Toilette lösen, bei anderen dauert es seine Zeit, bis sie begriffen haben, was es mit der Toilette auf sich hat und wie es funktioniert. Es kann schon am nächsten Tag verstanden haben, was es mit dem Klo soll, aber auch wenn man auch nach 2 Wochen noch kein „Ergebnis“ sieht, kann es noch werden.

ES HAT GEKLAPPT?

Super! Das ist der erste Schritt in die Stubenreinheit. Auch wenn das Meerie nur zwischendurch mal zum Klo geht und sonst das meiste im Käfig verstreut, weiß es aber jedenfalls schon den Sinn einer Toilette. Nun sollte man noch solange warten, bis wirklich nur noch kleine „Patzer“ danebengehen und das Meerie hauptsächlich aufs Klo geht, sodass es ca. alle 2-3 Tage gereinigt werden muss. Das macht man am besten mit einer alten Zahnbürste und etwas Spülmittel (hinterher gut abspülen), gegen Urinstein muss man sich Zitronensäure aus der Apotheke besorgen. Wichtig ist nur, dass die Toilette jetzt immer an dieser Stelle stehen bleibt, denn sonst ist das Meerie irritiert und könnte diese nun angewohnte Sauberkeit wieder vernachlässigen.

Wenn es nun schon ein paar Wochen bis auf oben genannte Patzer zum Klo geht, kann man dies auch beim Auslauf im Zimmer bzw. Freigehege nutzen. Man stellt dort dann ebenfalls solch ein Klo auf, wenn das Meerie in mehreren Zimmern läuft, muss in jedem Zimmer eines stehen. Immer in einer sichtbaren, aber geschützten Ecke, da fühlen sich Meeries meist am wohlsten.

Auch hier heißt es wieder, Geduld zu haben, denn auch hier muss das Meerie erst lernen, die Toilette zu nutzen. Aber auch dabei scheiden sich die Geister, die einen Meeries gehen sofort wie selbstverständlich auf ihr Zimmerklo, wogegen die anderen es erst lernen müssen. Hat das Meerie mal im Zimmer bzw. Gehege ein Böhnchen verloren, legt man es ins Klo und setzt das Meerie oben drauf. Es wird gleich wieder heraushüpfen- Geduld haben!!!

TIPP: wenn man zufällig gesehen hat, dass das Meerie sein Geschäft bzw. „das Flüssige“ im Klo erledigt hat, gibt man ihm ein Stück Gurke etc. und lobt und streichelt es. Es merkt sich genau, dass es immer eine Belohnung gibt, wenn es auf Toilette war. Man muss aber genau hinsehen- Meeries sind ziemlich schlau und können einen aufs Glatteis führen, weil sie nur so tun als ob, und der Besitzer denkt, sein Meerie hat das Klo benutzt!



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